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COMBATscience Augmented II, 2022

Mixed-Reality-Installation
Maße variabel
HoloLens (Version 2), Halterung; virtuelle Architektur, Bewegtbild, virtuelle Objekte, Ton

In Zusammenarbeit mit Patricia Köstring
Technology architect: Thomas Hochwallner; Programmierung (Assistenz): Johannes Hucek; Scan- und Aufnahmetechnik, Ton: Thomas Hochwallner, Norbert Unfug, Gabriel Schönangerer
Darsteller_innen: Therese Cafasso, Randall Galera, Brook Hall, Thomas Kamper, Maria Schuchter


COMBATscience Augmented II ist eine Mixed-Reality-Installation, die Wissenschaft und ihre ethischen Implikationen kritisch reflektiert, angefangen bei den Gasangriffen im Ersten Weltkrieg bis hin zur Forschung an autonomen Waffensystemen der Gegenwart. Die Betrachter_innen bewegen sich mit einer HoloLens-Datenbrille frei im Ausstellungsraum. Innerhalb einer ortsspezifischen virtuellen Architektur entfalten sich für den / die User_in inmitten der realen Umgebung digitale holografische Szenarien.

Hauptelemente sind acht von Schauspielern gespielte Passagen. Die jeweiligen Videosequenzen werden mit einer Handgeste aktiviert, die Protagonist_innen scheinen sich – wie lebensgroße Hologramme – den Betrachter_innen zuzuwenden und sprechen ihren Text. Im digitalen Scan des realen Raums verankerte 3D-Textelemente und Soundspots ergänzen die virtuelle Umgebung.

Seit 2008 hat Ruth Schnell unter dem Titel COMBATscience eine Reihe von multimedialen Environments entwickelt. Ausgehend von den Lebensgeschichten des Wissenschaftlers und Chefdesigners des deutschen Gaskriegs, Fritz Haber (1868-1934), und seiner Frau, der Chemikerin und Pazifistin Clara Immerwahr (1870-1915), diskutieren diese Arbeiten grundlegende zeitgenössische Fragen der Wissenschaftsethik, der Machbarkeit um jeden Preis und des Feminismus.

Für COMBATscience Augmented II werden Originalzitate der beiden Wissenschaftler_innen den Aussagen zeitgenössischer Protagonist_innen zu Implikationen und Konsequenzen von AI-basierten autonomen Waffen gegenübergestellt. Die Installation zeigt, wie wenig sich die Argumentation der Befürworter_innen einer Modernisierung von Waffensystemen im Sinne einer "Effizienzsteigerung" im Krieg seit 100 Jahren verändert hat. Vor allem aber verweist sie auf die fatalen Auswirkungen neuer Technologien auf bewaffnete Konflikte, ein Fakt, der in aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Debatten nur eine unbedeutende Rolle spielt. COMBATscience Augmented II zeigt, wie die Autonomie von Waffensystemen sowie die damit einhergehende vermeintliche Virtualisierung des Krieges grundlegende rechtliche, ethische und sicherheitspolitische Fragen berühren.

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Ausstellungen:
2022, 14 Bienal de la Habana – Experience 3: A Return to What Lies Ahead, Centro Wilfredo Lam, Havanna (CU)