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The Space Between 1 and 2, 1991

Videoinstallation und interaktive Videoinstallation
U-Bahn-Station Südtirolerplatz, Wien (AT), im Rahmen der Ausstellung topographie II: Untergrund der Wiener Festwochen

Videoinstallation: Videoprojektor, Videorecorder, Videoband, Baustellenabschrankung. interaktive Videoinstallation: Videoprojektor, computergesteuerte Laserdisk, Computer, Sensoren, Live-Kamera

In Koproduktion mit Gudrun Bielz


Die U-Bahn ist kein Platz zum Verweilen. Menschen eilen zu den Zügen, zu den Ausgängen. Der Bewegungsraum ist der Raum z w i s c h e n den Ereignisorten: The Space Between. Space 1 ist die Videobaustelle: Eine vertikale Videoprojektion auf den Boden zeigt eine simulierte Baustelle. Die Projektion täuscht eine Bodenöffnung vor, die den Blick auf eine andere Raumebene freigibt. Tief unten fliegt ein Flugzeug, es brennt, es plätschert Wasser. Space 2 ist eine interaktive Videoinstallation im Fußgängertunnel, deren Ablauf durch den Bewegungsfluss der PassantInnen gesteuert wird. Auf dem Weg zu den Zügen werden sie in bezeichneten Zonen von Sensoren erfasst. Durch die Anzahl, das Tempo und die Richtung der Gehbewegungen bestimmen sie die Geschwindigkeit und die Richtung der Bilderfolgen. Je nach Art der Bewegung „produzieren“ die BetrachterInnen unterschiedliche „Projektionsräume“. Die Züge fahren doppelt ein, einmal real am Bahnsteig und einmal im Fußgängertunnel, durch eine Live-Kamera übertragen, direkt auf den/die BetrachterIn zu.

icon camera Bilder

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The Space Between 1 and 2 bezeichnet einen konkreten architektonischen Ort, eine erste und eine zweite Ebene innerhalb der Station. 1 und 2 sind aber genauso imaginäre Fixpunkte in einem Koordinatennetz, dessen Grenzen offen sind. In der "Videobaustelle" reißt ein tiefer Schacht den Raum in vertikaler Richtung auf, einen Stock tiefer fluchtet ein horizontaler Fußgängertunnel in illusionäre Räume. Die Bilder der projizierten Scheinräume paraphrasieren und subvertieren die Architektur der U‑Bahn (...). Im realen Tunnel darunter steuern die Betrachter – als Schaltstelle – durch ihre Interaktion selbst die Ausblicke in die Klischeeräume einer kollektiven Phantasie. (...) In Intervallen holt die Realität die Reisenden wieder ein, wenn der einfahrende Zug, durch eine Live‑Kamera übertragen, die Szenerie durchquert.

Silvia Eiblmayr, in: Die Topographie des Untergrunds


Ausstellungen:
1991, Topographie II: Untergrund – Videoinstallationen in der Wiener U-Bahn, öffentlicher Raum, Wien (AT)

Bibliografie:

=> Eiblmayr, Silvia: Die Topographie des Untergrunds. Publiziert in: Wiener Festwochen (Hg.): topographie II: Untergrund - Videoinstallationen in der Wiener U-Bahn, Wien 1991
Schnell, Ruth: On the occasion of La Biennale di Venezia 1995, Wien 1995
Peter Weibel (Hg.): The Media Pavillon. Art and Architecture in the Age of Cyberspace. Austria, Biennale di Venezia, Wien 1995
Weibel, Peter (Hg.): Jenseits von Kunst. Passagen Verlag, Wien 1997