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Tür für Huxley, 1989

Interaktive Computer-Videoinstallation
Videoprojektion mit sensorgesteuerter Computeranimation, Videoband, zwei Live-Kameras, reale Türe, S/W-Monitor, Kunstreproduktion, sensorgesteuerter Ton


Die drei Türen des medialen Environments Tür für Huxley simulieren die Eingänge zu verschiedenen Realitäten. Der Betrachter / die Betrachterin hat die Wahl zwischen der passiven Betrachtung einer konservierten Bild-Realität, dem Eintreten in Scheinräume durch eine von Sensoren gesteuerte, projizierte Tür und schließlich dem Standpunkt des Voyeurs. Die linke projizierte Tür zeigt, halbgeöffnet, einen Aktionsraum mit montierten und künstlich verzerrten Treppen- und Türszenen aus Filmen von Hitchcock und Siodmak. Tritt der Betrachter / die Betrachterin in den Bereich der Sensoren, öffnet sich die mittlere projizierte Tür und zeigt ihn selbst in Rückenansicht, vom Betrachterstandpunkt eines imaginären „Anderen“ aus. Versucht er, sich dem eigenen Abbild zu nähern, verschwindet dieses im Scheinraum. Vor der dritten, realen Tür liegt die Kopie eines surrealistisches Bild der Malerin Dorothea Tanning. Dieses wird durch eine S/W-Kamera auf einen Monitor hinter dem Schlüsselloch übertragen. „Original“ und Kopie, offensichtliche Präsenz und Geheimnis stehen einander gegenüber.

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=> Unterschiedliche, gleichsam verschachtelte Räume mit verschobenen Raum-Zeit-Achsen verunsichern in ihrer Simultaneität. Hier werden unterschiedliche Mediendispositive partiell umfunktioniert: Es finden sich Techniken des Trompe-l‘Œil, der Scheinarchitektur, allerdings wird anstatt Textur und Farbe der Malerei das bewegte elektronische Bild, anstatt der statischen Abbildung von Architektur eine bewegte Projektion in Korrespondenz zur realen Architektur des Raumes eingesetzt. Der Blick verdoppelt sich zum Kameraauge und zum Darsteller. Er wird Teil des Spiels mit Raumrepräsentationen im Suspense-Film. Der Überwachungsmonitor suggeriert Kontrolle über Raum und Geschehen "dort", der Beobachter, in der Position des Schlüsselloch-Voyeurs wird überrascht vom "Hier". (Ruth Schnell)

=> Aus: Ruth Schnell: In/different Spaces. Vortrag, 1999 im Rahmen des Projektes Differenz am Institut für Kunstgeschichte der Universität Innsbruck gehalten. Publiziert in: Differenz, Hrg: Institut für Kunstgeschichte der Universität Innsbruck, Innsbruck 1999


Ausstellungen:
1989, Im Netz der Systeme. Ars Electronica ´89, Brucknerhaus, Linz (AT)
1991, Les Images en Folies, Centre valaisan du film et de la photographie, Martigny (CH)